Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau

(25 August 1802 - 22 August 1850 / Schadat)

Faust. Der Teufel - Poem by Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau

Am Menschen ist's ein mir beliebter Zug,
Daß, wenn's Geschick ihm eine Wunde schlug,
Wenn ein Verdruß die Seele ihm erweicht,
Der Sinnenreiz viel freier ihn beschleicht;
Als wären alsdann seine Tugendwächter,
- Die doch am Ende nur gedungne Fechter -
Vom Schmerz berauscht, verschlafen an der Pforte.
Gewaltig packten ihn des Grafen Worte;
Nun steht's mit meinem Faust am rechten Sprunge,
Ganz durchgeweicht ist mir der arme Junge.
Wogegen er sich lange mochte sträuben,
Dem wird er nun sich rasch entgegenstürzen,
Im Drang sich zu zerstreuen, zu betäuben,
Die Tage des Verdrusses abzukürzen,
Frisch zu verzehren seine Lebenskraft
Im Todestaumel süßer Leidenschaft.
Von Christus ist er los; noch hab ich nur
Zu lösen meinen Faust von der Natur.
Gelingen wird's, ich hab es mir durchdacht:
Tief in die Lust, bevor die Lieb' erwacht!
Mit Weibern zärtlich rohes Spiel getrieben!
Manch Kind gezeugt! - So wird der grade Stand
Sich zwischen Faust und der Natur verschieben,
Und er im Unmut stürmen an den Rand.
Dann faßt die Liebe ihn am steilen Bord,
Und stürzt hinab ihn jählings in den Mord.
Und schlug er der Natur dann manche Wunde,
So läßt sein Stolz ihn nicht Versöhnung suchen;
Nein! weil er sie gekränkt, wird er ihr fluchen
Und los sich reißen wild aus ihrem Bunde.
Ist mir der Bruch gelungen zwischen beiden,
Von jeder Friedensmacht ihn abzuschneiden,
Dann setzt er sich mit seinem Ich allein,
Und in den Kreis spring ich dann mit hinein.
Dann laß ich rings um ihn mein Feuer brennen,
Er wird im Glutring hierhin, dorthin rennen,
Ein Skorpion sein eignes Ich erstechen. -
So wird mein Schmerz am Göttlichen sich rächen,
So will Verstoßner ich mein Leiden kühlen,
Verderbend mich als Gegenschöpfer fühlen.

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Poem Submitted: Tuesday, May 22, 2012



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