Anton Wildgans

(17 April 1881 - 3 May 1932 / Vienna)

Lastenstraße - Poem by Anton Wildgans

Schwer hüllt des Sommertages schwüle Brunst
Die lange Straße ein in Staub und Dunst.

Keuchende Pferde stampfen schwergeschirrt,
Die Achsen ächzen und das Pflaster klirrt.

Träg ist der Trott, mit eingekrümmtem Rumpf
Kauern die Kutscher, und ihr Blick ist stumpf.

Weiß jeder doch von allem, was er führt,
Das ihm daraus kein kleinstes Stück gebührt:

Kein Ziegel für sein eigenes Gemach,
Kein Eisen und kein Balken für sein Dach;

Drum hocken sie, die Augen stumpf verglast,
Und führen willenlos die fremde Last.

Hurtig vorüber an den Wagenreihn
Ein Karren knarrt und holt sie alle ein.

Ein Kasten, schwarz bespannt, und obenauf
Verdorrt ein Bettelkranz am Deckelknauf.

So eilig? Ach, was stumm und eingesargt,
Ist leichte Ware auf des Lebens Markt.

Sie aber greifen fromm an ihren Hut,
Sinnend: Der hat's vollbracht und dem ist gut.


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Poem Submitted: Wednesday, May 30, 2012



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