Eduard Duller

(18 November 1809 – 24 July 1853 / Vienna)

Die Feinde in der Pfalz - Poem by Eduard Duller

O Markgraf Karl von Baden! O Graf von Würtemberg!
Was schließt ihr feste Bünde zu einem kühnen Werk!
Viel Räthe stehn beisammen und sprechen manchen Rath, -
Was nützt der Rede Warnung, wenn man nicht scheut die That?

Von Würtemberg Herr Ulrich, von Baden auch der Graf,

Die sprachen: „Hüt' dich, Pfälzlein, eh dich der Hirsch noch traf,
Der Hirsch hat scharf Geweihe, und wie nach frischem Quell,
So dürstet er, zu baden im Pfälzer Blute hell.

Du auf dem grünen Hügel, du Heidelberger Schloß!
Bald soll dein Weingelände zerstampfen unser Roß,

In deine Friedenshallen zieht ein der rauhe Krieg,
Dann grüßest du wohl Andre, als Friedrich, mit dem Sieg!"

Herr Ulrich sprach hinwieder: „Das ist besondrer Brauch,
Daß Friedrich sieghaft heiße und Würtemberg nicht auch;
Der Pfälzer mag es büßen, wer geizt so mit dem Ruhm?

Dies Schwert in Schwabenfäusten bringt wohl den Pfälzer drum.

Ich mag nicht gern es hören, daß man alleine spricht
Vom Pfälzer nur in Ehren und von dem Schwaben nicht;
Mag sich's sein kühner Vetter in Landshut wohl versehn,
Viel klüger ist's, alleine den Waghals zu bestehn!"


Das hört ein Würtemberger, Hans Rechberg war sein Nam',
Der sprach zum Grafen Ulrich: „Eu'r Hoffen, Herr, ist lahm!
Mich deucht, es geht auf Krücken, sobald's die Pfalz betritt,
Indeß das Glück und Friedrich stets halten gleichen Schritt.

Ich sag' dies unmaßgeblich; 's ist eines Mann's Gedanke,

Der niemals daran dachte, daß er im Kampfe wanke;
Ich mein', auf jene Hügel trat noch kein Schwabenroß,
Es hat gar feste Mauern das Heidelberger Schloß!" -

Da sprach Graf Ulrich wieder: „Hans Rechberg, laß das seyn!
Wir ziehn in diesem Monde zu Heidelberg noch ein;

Wir wollen dich dran mahnen, wenn wir beim Siegesmahl
Dort in dem Schlosse sitzen im stolzen Rittersaal!" -

Und es geschah im Sommer, da ritt mit Saus und Braus,
Von Stuttgart hochgemuthet der Graf, Herr Ulrich, aus;
Bei Pforzheim aber harrte, geborgen im Gebirg

Mit Speyr's und Badens Knechten von Metz der Bischof Jürg.

So ging verstärkt nun weiter die seltne Pilgerfahrt,
Bis man vom hohen Markstein die reiche Pfalz gewahrt.
Das ist der Zaubergarten, worin mit stolzer Pracht
Der Himmel seinen Segen aufschüttet und bewacht.

Von Rebengold und Aehren trägt die Natur den Kranz,
Goldfrüchte rings verklären die Flur mit buntem Glanz,
Der Rhein zeigt hell im Spiegel des Landes Wonnebild,
Mit jungfräulichem Kosen umspielt die Luft es mild.

Graf Ulrich und der Bischof ersehn die reiche Zier,

Da wird ihr Herz ergriffen von Neid und von Begier;
Zu größrer Eile spornet die Habsucht noch ihr Roß,
Und Staubgewölke wirbeln sich dicht um ihren Troß.

So gehts im Sturmesfluge voran von Ort zu Ort,
Wer schirmt vor Rosseshufen der Saaten goldnen Hort?

Zur höchsten Frechheit steigert ihr Uebermuth sich bald,
Und haufenweise brechen sie Aeste aus dem Wald.

Und binden sie den Schweifen von ihren Rossen an,
So ward zerstampft, zermalmet die Saat auf ihrer Bahn;
Mit Hagelwolken schmettern sie Alles vor sich hin

Es fleht das Volk nach Rettern vom völligen Ruin.

Der Bischof und die Grafen sind taub für jeden Fluch,
„O mög' der Himmel strafen so höllischen Besuch!"
So ziehn die wilden Horden von Dorf zu Dorf durchs Land
Mit Sengen und mit Morden bis an des Rheines Strand


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Poem Submitted: Saturday, May 19, 2012

Poem Edited: Saturday, May 19, 2012


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