Joseph Christian Freiherr von Zedlitz

(28 February 1790 - 16 March 1862 / Javorník)

Bewußtlose Neigung - Poem by Joseph Christian Freiherr von Zedlitz

Mädchen, nenne den Zauber,
Der mich gefangen hält,
Sage, was hast Du denn eigen,
Das mir so sehr gefällt?

Sind es die schelmischen Augen,
Die so zum Herzen mir gehn;
Dunkle, bewegliche Sterne -
Hab' doch schon schön're gesehn!

Sind es die schwellenden Lippen,
Würzig vom Athem versüßt,
Blühende, glühende Knospen!
Hab' doch schon schön're geküßt! -

Ist es des klopfenden Busens
Wogender, wallender Schnee,
Den ich mit gleichem Verlangen
Wieder und wieder seh'?

Sind's diese Hügel der Wonne,
Die so bestürmen das Blut?
Hab' doch wohl früher auch, traulich
Kosend, an manchen geruht!

Mädchen, so nenne den Zauber,
Der mich gefangen hält;
Sage, was hast Du denn eigen,
Das mir so sehr gefällt? -

Ach! 's ist die kindliche Seele,
Die noch gedankenlos träumt,
Während in jeglicher Ader
Leben und Jugend Dir schäumt!

Die nichts besorget, nichts ahnet,
Eines nur weiß: daß sie liebt;
Immer Nichts meinet zu geben,
Während sie Alles giebt!


Comments about Bewußtlose Neigung by Joseph Christian Freiherr von Zedlitz

There is no comment submitted by members..



Read this poem in other languages

This poem has not been translated into any other language yet.

I would like to translate this poem »

word flags

What do you think this poem is about?



Poem Submitted: Thursday, May 24, 2012



[Report Error]