Anton Wildgans

(17 April 1881 - 3 May 1932 / Vienna)

Blumenmädchen - Poem by Anton Wildgans

Der Walzer tönt in leichtgeschürzten Weisen,
an reichlich weißgedeckten Tischen sitzt
der Gäste Schwärm und lässt die Gläser kreisen,
in denen heut ein bessrer Tropfen blitzt.

Und draußen sieht gedrängt man sie spazieren,
sie hören kaum den heitern Schaukelklang,
sie schäkern, scherzen, flüstern, jubilieren,
's ist Sonntag ja - nach Herzensdrang.

Dort aber seh´ ich durchs Gedränge wandeln
der Sünde truggeschminktes, lächelnd Kind,
aus Körbchen seh´ ich Blumen sie verhandeln,
die doch Symbol der zarten Reinheit sind.

Der Unschuld und der Weltlust geile Freuden,
der Liebe Sinnbild und des Lasters Fluch,
in einer einz'gen Hand vereint die beiden -
Oh ewig wehmutsvoller Widerspruch.



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Poem Submitted: Wednesday, May 30, 2012



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