Saturday, May 11, 2019

Briefe an Susette Comments

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Der Nordwind weht, Hölderlins liebster Wind - besonders seit 1803, als er in Tübingen die Hymne „Andenken" verfasste, und bis zum jetzigen Augenblick unter ganz anderen Pappeln. Das können langsam platzende Knospen oder Septemberschatten voller Blüten sein (wenn wir uns in der Zeit verlieren wollen), aber ich kann nicht zusammen mit dir verschwinden, die du stets in der Fremde bleibst. Ähnlich lebte Hölderlin für Susette, die Frau eines Frankfurter Bankiers, in den Diotima gewidmeten Texten - oft schrieb er an sie, bis er den Verstand verlor und der Tischler Zimmer, ein gebildeter Mann, ihm ein Zimmer in einem Turm mit Aussicht auf Fluss und Auen zur Verfügung stellte. Weiter keine Spur mehr von braun gebranntem Körper, nur Bilderfinsternis.
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