Anton Wildgans

(17 April 1881 - 3 May 1932 / Vienna)

Der Specht - Poem by Anton Wildgans

Hacke, hacke unverweilt
In den Waldbaum Wund auf Wunde -
Aus dem feuchten Waldesgrunde
Quillt der Saft, der Alles heilt -
Hacke — hacke —

Specht, das Leben ist wie du —
Wen es packen kann, den packt es,
Und dann hackt es, hackt es, hackt es
Unverdrossen auf ihn zu —
Hacke — hacke —

Glücklich, wem es da vergönnt,
Selbst sich Heilung zuzuströmen —
Sorgenlos mag er vernehmen,
Wenn es tief im Innern tönt
Hacke — hacke —

Ging am Friedhof jüngst vorbei
In das stille Tal hernieder —
Horch — da hörte ich sie wieder
Die bekannte Melodei:
Hacke — hacke —

Mit dem Spaten, Schwung auf Schwung,
Hieb und grub der alte Küster —
Voller Wehmut, bang und düster,
Lauscht mit mir die Dämmerung —
Hacke — hacke —

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Poem Submitted: Wednesday, May 30, 2012



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