DIE ENTZAUBERUNG DES DON QUIJOTE 2 - Der Abstieg. Todesqualen Poem by CHANTAL MAILLARD

DIE ENTZAUBERUNG DES DON QUIJOTE 2 - Der Abstieg. Todesqualen

An den Rändern des Traums öffnet er
die Augen. Ohne sie zu öffnen. Etwas
erwacht, das Bewusstsein einer
Kontinuität. Einer anderen Kontinuität.

Etwas erwacht und blickt nach drinnen (das
Drinnen der Fläche, das kein
Drinnen, vielmehr ein Drunter ist,
wie das Futter eines Mantels) und etwas sucht,
um sich darin zu verankern. Ein Thema sucht
ein Thema. Um nicht zu enden. Um zu

überleben.
Überleben. Sagt mir, wer oder was
überlebt? - Zum Thema zurückkehren.
Im Thema erkennt sich das mich
weil irgendein Teil von ihm
betroffen ist und berührt wird.
Wie als die Tränen. Wegen des Bildes.
Dem Geist gefallen vor allem die
Bilder. Damit webt er.
Und das Gewebe wirkt die Welt oder verstärkt sie,
verfestigt sie.

Am Saum des Traums beharrt etwas,
ein vibrierender Atem, auf den gleichen
Regeln. Und wird fest. Und sagt ich.
Und das mich kommt, erneut,
an sich glaubend, mir jetzt glaubend
was ich sage. Um mich nicht zu verlieren.
Noch nicht. Nicht so viel. Noch nicht so viel
so oft. Um mich nicht aufzulösen. Um
zu überleben aber.
Weil noch nicht klar ist. Wegen des Gewichts.
Das Mich enthält zu viele
Tränen. Wiewohl. Durch den Ballast wird man
gezwungen, den Text zu verlassen und sich an
den Rändern zu verdichten. Und es ist gut - gut? -, es
ist angemessen. Kurzum, er ist nicht, auf gar
keinen Fall. Da ist nur Ballast. Und da ist Noch.
Da ist zu viel. Auch um sich völlig zu verlieren

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