Im Himmel steht die Sonne und das heißt Tag.
Im Himmel gibt es sie auch wenn es Nacht heißt.
Gestern sah ich einen Bach, der nach einem Kaninchen suchte,
einem kleinen, schlotternden, frierenden,
mit grauen, zitternden Pfötchen,
aber es ist Sommer, und er fand es nicht.
Wieder sind sie einander nicht begegnet.
Was wird im Winter sein?
Weder Stock, noch Karotte,
weder Untergang, noch Idyll.
Im Herbst erstellen sie den Abschlussbericht,
vielleicht kann man daraus mehr erfahren.
Auch der Mond weiß nicht was er soll,
Erde und Himmel nah, doch allem fern,
als sei er niemandem verpflichtet
und müsse sich nicht rechtfertigen.
Sich selbst kein Hindernis,
andern keine Hilfe.
Von Wolken verdeckt oder Häuserecken -
vor Augen versteckt,
vergessen.
Er lebt nicht wirklich bürgerlich,
sieht aus wie ein Vorübergehen,
eine Ewigkeit, vergänglich,
stumpf wie der Glanz eines Brudermords.
All das bedeutet etwas, aber es löst nichts,
bleibt einfach stumm
wie eine leere Telefonzelle.
Morgen werden an der Stelle der Sterne
die Heiligen stehen, durch ihren Glanz
wird der gestirnte Himmel sich verfinstern,
sich mit milder Wärme füllen,
mit beschissener Innigkeit,
die Heiligen reden erst wenn man es ihnen sagt.
Aber wer soll zu ihnen sprechen in dieser Leere,
in der alles, was sie umgibt, wie eine Mattscheibe erscheint,
wie eine blöde Doku im kalten Auge des Fernsehers?
Aller Frieden in diesem Universum ist aus Glas, durchsichtig,
und darüber flitzt das Kaninchen und beschmiert
das Glas mit seinen Pfötchen.
Vielleicht wird ein zweites kommen
und es mit dem Pfötchen säubern, vielleicht
auch nicht. Ein Ende hat kein Gleichgewicht.
...
Read full text