[Die Hoffnung, daß die unveröffentlichten Manuskripte...] Poem by Eduardo Milán

[Die Hoffnung, daß die unveröffentlichten Manuskripte...]

Die Hoffnung, daß die unveröffentlichten Manuskripte
besser sind - oder die anonymen, doch nicht für immer -
als die veröffentlichten, negiert uns nicht, versenkt uns nicht im Geleisteten,
in der Schuld der erstarrten Möglichkeit,
im Grab derer, die ungelesen starben - das ist
gewiß, das Vergessen des Gewissen -,
im Abguß von Worten, die nach Händen,
Augen, Anerkennung verlangten - nicht nach einem Gefallen -,
Durst, getrunken zu werden, Wasserbettlerinnen.
Was sagten jene Buchstaben,
und was nicht, daß eine Rückkehr auf ein anderes Warten zielt.
Bestätigt uns die Fortdauer des Geschriebenen.
Manche Winkel sind von Meisterwerken bewohnt,
die wir nicht kennen - auch Autoren
unterdessen, immer noch -
nimmt der Pflanzensaft seinen Lauf, Stamm und Äste
befruchtend und das, was erhellt von Wurzel mit Farbe keimt.
Auf dem Ast singt der Weißig, einer von denen, die
- glaube ich jedenfalls - diese Wahrheit wissen. Bringt
die Erkenntnis aus, die der Gesang festigt, von hier
nach dort mit einem anderen Vogel. Und der Saft nimmt seinen Lauf,
sogar den Baum übersteigend, unbekanntes Milieu.
Alles nennt sich Zugangsmöglichkeit,
die Milcherstarrung am Himmel, brennendes Spinnennetz,
die Nichterstarrung, Zugangsmöglichkeit

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