Die Slaven unter dem Parnaß Poem by Miodrag Pavlovic

Die Slaven unter dem Parnaß

Die Hauptleute führten uns in die Länder des Südens
vor Unglauben trunken, grün vor Kraft,
um dem Marmor die Schenkel zu zerbeißen,
um mit dem Knüppel die Gebirge zu verheeren,
um irre Herden übers Meer zu treiben.
Wir tanzen im Blau unsern wilden Reigen,
schlafen abends nackt
neben verprügelten Statuen.

Insgeheim fragen uns die Sänger:
wer war das auf dem Begräbnis des Himmels,
wer bezeugt daß die Ewigkeit im Tode röchelt?
Weiter sagten sie: nicht mit Verwüstung,
mit einem Lied sollt ihr die Nacht verbringen,
mit dem Morgen werden große Säle kommen
mit den schönen Körpern der irdischen Herrscher
und ankern auf dem Gipfel des Gebirges.
Die göttliche Gestalt wird in der Luft erscheinen
un Hände werden sich auf unsre Schultern senken
um uns als eure Söhne anzuerkennen.

Und unsere Nacktheit wird sich in Wörter kleiden
wie die Birke im Frühling in Laub.

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