Anton Wildgans

(17 April 1881 - 3 May 1932 / Vienna)

Helldunkle Stunde - Poem by Anton Wildgans

Manchmal befällt mich's, daß ich denken muß,
Ich stürbe bald und ließe ungetan
mein Werk zurück, zu dem ein strenger Plan
Mich rastlos drängt nach höherem Beschluß.

Nur dies, nicht eitel Haschen nach Genuß
Klammert mich fest an dieses Leben an,
Das, zwischen Nichts und Nichts, ein schwanker Kahn,
Rasch übersetzen darf der Dinge Fluß.

Der ist zu sehr bewegtes Element,
Um, was nicht Licht ist, spiegelnd festzuhalten.
Nur, was sich flammenhaft vom Fleische trennt

In schmerzlichem und betendem Gestalten,
Vermag als unser Bildnis fortzuwalten.
Was leuchten soll, muß dulden, daß es brennt.


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Poem Submitted: Wednesday, May 30, 2012



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