Ich ersuche um Begnadigung
für den Leibeigenen,
der keimt und welkt wie Gras,
ins Vergessen hinein vom Vergessen heraus,
ich ersuche um Begnadigung
für die dreißig Stauden seiner Kartoffeln,
für die schmalen Kolben seines Maises,
für den Rauch über seinem Dach,
dafür, wo er, seinen Ahnen folgend,
in Tat und Wort irrte.
Für den Leibeigenen, der stets dem Leben die Treue hält,
für den Leibeigenen, der die Sonne liebt.
Wenn auch die Lerche am Leben Verrat begeht,
und die Eidechsen, diese Sonnengenießerinnen,
und die Holunderblüte, Dichterin der Düfte,
für den Leibeigenen,
der Leibeigene wird keinen Verrat begehen,
für den Leibeigenen, der in seiner Gefolgschaft
ein Dutzend Söhne, Leibeigene,
mit sich führt.
...
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