Lieber Baruk,
Oft habe ich mir die Sonnenuntergänge vorzustellen versucht,
Die du beschriebst,
Die, wie du sagst, mit zufriedenem Seufzen herabfallen,
Eintauchen in den weißen Sand von Gokarna Beach
Und die Schatten mit den Palmen verschmelzen.
Oder die, die du ganz da unten siehst,
Zwischen Protestschildern auf dem besetzten Aotea Square,
Hältst du noch inne für einen Blick?
Wie fremd und doch vertraut würden sie wirken,
Wie der Tod.
Ich stelle mir vor, dass auch wir hier Sonnenuntergänge haben.
Aber in unserer Hast, nach Hause zu kommen und rechtzeitig
In die Kirchen und Komitees,
Haben wir sie verpasst.
Wir haben nur weiße Wände und strahlende Lichter,
Spottend einer gleichgültigen Sonne.
Fest im Glauben, die Welt sei schlecht und ihr Ende nah
Und unsere kleinen Leben nichts wert, nichts als Leid,
Opfern wir mit Gebeten, deren Wert sich nach Umfang bemisst.
Manchmal frage ich mich, Baruk,
Ob Gott vielleicht gar nicht hier drinnen ist,
Sondern da draußen, beschäftigt mit Sonnenuntergängen.
Übersetzung: Judith Zander
Übersetzungen: Christian Filips und Judith Zander
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