Nächtlicher Widerschein Poem by ARTIS OSTUPS

Nächtlicher Widerschein

Die Freude behält in mir stets die Oberhand; deshalb ist meine Ankunft wahrhaftiger als mein Weggang.
Bei der Abreise ist es oft unhöflich, Freude zu zeigen.
André Gide,, „Stirb und Werde"

Er wacht auf unter dem zerbröckelnden Mond - in Tausenden Widerscheinen erlöschen die Grünflächen der Mairie, Lampen führen sie durch die Straßen, wie das Herz den Körper führt; zugleich verdunkeln sich die Fenster der Zimmer, die von Schlaflosigkeit anschwellen, krüppelhaft die Scheiben verbiegen, und ein milchiges Licht bricht sein Gesicht auf, das gerade noch in der Dunkelheit lag wie der Raum hinter der Tür - die Lider lassen die Augen zerknittern. Er wacht in einer Stadt auf, die schläft, hingeworfen zur Ebene hingeworfen, und das Motorengebrumme, die Lingua franca des Morgengrauens, stimmt die Erscheinungen mit seinen Schritten ab, während sie in der Landschaft verschwinden.

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