Die Biergärten rauschen. Wie Netze mit Fischen sind sie mit Menschen gefüllt.
Verstreuter Reis liegt vor der Tür des Standesamtes.
Ach, junge Bohnen gibt es schon - zu entsprechend üppigem Preis.
Fußgänger schwimmen im Fruchtwasser der Öffentlichkeit.
Alles ziemlich verdächtig, und ein vernehmliches Flüstern in der Orangerie.
Im gelben Minirock ein Mädchen; und als sie auf dem Rad über
den Kirchplatz fährt, sind ihre Absichten sicherlich gut.
Sie schaut sich nach dem Krüppel um, der wiederum ihr nachschaut
und dabei so entschlossen brabbelt, daß er sich schließlich selbst unterbricht.
Über dem Bankhaus hängen Gespenster gewährter, ungetilgter Kredite.
Gerollte Dollarbündel wandern von Hand zu Hand.
In einer Tasche geht ein Messer auf, das Prekariat hüllt sich in Schweigen.
Auf der Straße würfeln die Kinder mit den Knochen der Eltern.
Verzerrte Perspektiven; die eine Aussicht straft die andre Lügen.
An den Haltestellen pickt sich der Bus junge Mädchenknospen heraus.
Unter den Akazien liegen, wie unrasierte Prinzessinnen, die Penner herum.
Sie rauchen Carmen-Zigaretten und trinken feinstes Köllnisch Wasser.
Weil sich Verzweiflung wieder lohnt, versucht man, verzweifelt zu sein.
Auf den Rathausfluren kreisen Bestechungsgelder, daß es nur so rauscht.
Die Putzfrau kehrt den Reis zusammen. Das Schlimmste, heißt es, kommt erst noch.
...
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