PENG! Poem by Durs Grünbein

PENG!

Dann platzte der Reifen. Vor uns der Laster
Geriet ins Schlingern. Er trieb wie auf hoher See
Über die Autobahn, auf der wir sechsspurig rasten.
Alles bremste, eine Lichtorgel schrie Steh! Steh! Steh!

Und da begann das Ballett: Tanz der Schwäne aus Blech,
Die Hälse umschlungen, ein Tuscheln, Touchieren.
Dann die Wendung, und auseinander spritzte die Schar,
Am Straßenrand neu formiert wie nach einem Gefecht.

Das war nun das Leben, soweit. Bis hierher führten
Leitplanken dich in die jüngste, absurde Gefahr.
Traumhafter Eindruck: die eigene zitternde Hand…
Unfaßbar, daß wir uns einmal unter Baumriesen trafen…
Ein Hupen, weiter ging der Verkehr. Doch einer stand,
Den Kopf auf dem Lenkrad. Schlafen, nur schlafen.

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