Ich finde große Ähnlichkeiten zwischen meinen
immer selteneren Besuchen von Oper und Zirkus.
Im Haus
oder im Zelt:
Meine anfängliche Befürchtung
bekommt allmählich
die Form einer unaufhaltsam wachsenden Panik
darüber was so gefährlich und ungeschützt
über mir in der Luft geschieht
mit der Artistin
auf dem gespannten fast unsichtbaren Seil
und der Primadonna
einsam auf der Höhe der Arie.
Und ich zittere
(und schwitze wie ein Schuldiger)
gleichermaßen
in beiden Fällen:
Dass das dünne Seil das dünne Stimmband
auf dem sie leben
durch meine Angst
nicht reißen.
...
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