1.
Vielleicht;
meine Gedichte -
wie Funken,
bereit, sich überall zu verstreuen;
die Pressen zittern vor Angst.
Was Menschen schlucken, wird Poesie.
Die Definition von Gedichten
ist im Kern presseabhängig;
Seiten verschlingen etwas Liebe
und Bilder von wilden Ranken und Blättern.
Bravo! Wie grammatikalisch perfekt!
Zweiundzwanzig verkaufte Bücher;
ein paar naive Vertriebene,
in den Metaphern der Redakteure
passt diese angeborene Grammatik
zu halbtoten Gedichten
auf dem Haufen der Dichter;
in den Versen der Uhu-Eule
findet sich anerkannte Literaturpraxis.
2.
Um im Jenseits Dichter zu sein -
zerriss ich deine Editorial-Seite.
Ich bin nicht geboren,
um nach Regeln Gedichte zu schreiben,
oh du bürokratischer Heuchler.
Oh grammatikbesessener Redakteur,
meine Gedichte wollen das Diesseits überschreiten,
sie reisen durch den Himmel;
deine Presse fülle sich ruhig
mit Blumen, Ranken und Blättern.
3.
Nun sitze ich hier als Ewigkeit,
dem Angesicht Gottes gegenüber;
Seite und Stift in der Hand.
Während ich Gottes Gestalt betrachte,
will ich etwas schreiben;
ohne Wein ist dieser Stift sinnlos,
doch auch das hat Gott verboten.