Entzweit gegenüber dem Schmutzigen
das Schmutzige, gesehen wie eine schwache Antwort
des Alltäglichen gegenüber seiner Kleinlichkeit
überrasche mich in einer Stadt, wo kein Name
noch schimmernde Feuchtigkeit alter Gemäuer
noch tuberkulöse Tauben
interessieren
in ihrem Plastikbild
versunken in La Défense
oder
verloren in der Glut ihrer Vergangenheit
ah, pures, rosiges im verwelken
Tonnen von Federn decken uns zu
entblößen uns in deiner Anwesenheit
und du, Stadt, wo ich heute hause
strandest oder tauchst Du auf in meinem
Kaleidoskop
Wenige Meter vom modernen Bahnhof behausen mich
kleine, schlecht durchlüftete Mansarden
gespenstische Wiesen wo unsereins (einkommensschwach)
den Nachmittag eines trostlosen Sommers überquert
nur von einem Winkel aus
- das Wunderbare des Nachmittags -
spektral scheint die Liebkosung des Geschlechts
und diesen Nachmittag liebe ich wie im Film.
Die Glut des Vergangenen ruht auf der Kindheit
aber keine Zeit, dass dieses Diabild von mir Besitz nimmt
und habe nicht vor, eine Kindheit zu erbauen
das Wunderbare ist der verzogene Ast
verewigt in einem unedlen Material (Schrott).
dieses Fehlen von Blumen gegen den grauen Nachmittag.
Gestützt auf deine Arme:
den alten Bastillen
entspringt dein Lächeln frischer
und mein Teil ist gereizt von grünlichen Flüssigkeiten
gleich impressionistischen Tönen
gehe ich gemächlich den strengen Herbst zu begreifen durch den Louvre
das versteinerte Gefühl der ägyptischen Venus
oder die bronzene Geste eines Gladiatorenschenkels
- Gewölbe und Galerien voller geraubter Schätze -
gehe gemächlich, ertaste den Tuberkel der Erinnerungen
meinen Mädchenkörper
die strenge Stille
das Pure
nichts von damals kann eindringen in die Angst
wie diese Stadt in den Wucher.
...
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