Sunday, May 26, 2019

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Lang wird der Tag für den, der nicht liebt,
und er weiß es. Und er hört das kurze, harte
Klacken des Körpers, sein kaskadenhaftes
Lied, das immer nach Ferne klingt.
Er schließt seine Tür und sie bleibt fest verschlossen;
er geht hinaus, und einen Moment lang sinken
seine Knie zu Boden. Doch das Morgenlicht,
gefährlich großzügig,
erfrischt ihn und richtet ihn auf. Sehr hell
ist seine Straße, und er spaziert durch sie mit dunklem Schritt
und hinkt sofort, weil er allein
mit seiner Müdigkeit läuft. Und er sagt Luft:
tote Wörter mit seinem lebendigen Mund.
Gefangen, weil er nicht liebt, umarmt er
seine eigene Einsamkeit. Und er ist sicher,
sicherer als irgendwer sonst, denn nichts
wird er besitzen; und er weiß wohl, daß er nie
hier leben wird, auf Erden. Den, der nicht liebt,
wie können wir den kennen oder wie
ihm verzeihen? Langer Tag und noch länger
die Nacht. Er wird lügen, wenn er den Schlüssel hervorholt.
Wird eintreten. Und sein Haus nie bewohnen.
...
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Claudio Rodríguez
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