Sunday, May 26, 2019

GISCHT Comments

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Ich betrachte die Gischt, ihre Feinheit,
die so anders als die der Asche ist.
Wie einer ein Lächeln betrachtet, eines,
für das er sein Leben gibt und das ihm Ermüdung ist
und Zuflucht, betrachte ich jetzt die bescheidene
Gischt. Es ist der spröde und schöne Moment
des Gebrauchs, der Reibung, der Akt der Hingabe,
der sie erschafft. Der eingekerkerte Schmerz
des Meeres rettet sich in so leichte Faser;
unter dem Kiel, an der Anlegestelle, wo
es durchpflügte Liebe gibt, wird, wie an Land
die Blüte, die Gischt geboren. Und in ihr
bricht der Tod, in ihrem Wirren
erlangt das Meer Sein, wie auf dem Gipfel
seiner Leidenschaft der Mensch Mensch ist, fern
anderer Geschäfte: in seinem lebendigen Saft.
Über dieses Geländer, Brüstung der Materie,
die Quelle ist, nicht Mündung,
lehne ich mich jetzt, beim Steigen
der Flut, und dort kentere ich, dort ertrinke ich
ganz still und leise, in vollständiger
Annahme, unversehrt, erneuert
in der unvergänglichen Gischt.
...
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Claudio Rodríguez
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