Mit einem Helikopter vielleicht hätte sie ihn sich zurückgeholt
In ihr Inselparadies fern im Westen, am Nabel des Meeres.
Doch da war nichts zu machen. Der Mann war längst anders gepolt:
Auf Heimkehr, Familienschoß. Furcht vor dem malum veneris
Trieb ihn aus ihren Armen zurück in den Hafen der Ehe.
Sein Abenteuer war nun methodisch geworden, ein Projekt
Strengster Diät, Abstinenz. Sieben Jahre: Er wollte nur gehen.
Er hatte die Insel wie ihren Körper - zuendeentdeckt.
Es half ihr nichts, daß sie ihn pflegte, ihn in die Beinschere nahm,
Ihren Grottentaucher, zottelbärtigen Schwimmer, den Flottenbesten.
War das nicht schon im Nymphenbad wieder da, unterm Schwamm,
Mit dem sie ihn abrieb, unter der Nackenmassage, der festen -
Dies Brandungsrauschen im Ohr, in den Nasenhöhlen der Sog?
Die Haut, wenn erst ihr Elefantengedächtnis erwachte,
Lieferte zuverlässige Daten: Trojas Chronik, den Schiffskatalog,
Die Blessuren der Irrfahrt, die blauen Flecken so mancher Nacht…
Den Helden baden, damit war Schluß jetzt! Umgarnt und verstrickt,
Eingewickelt hatte sie ihn, er war fast schon in trockenen Tüchern.
Dabei war sie es, seine Retterin, die Frau mit dem Überblick,
Die ihm Unsterblichkeit garantierte, ein Weiterleben in Büchern.
Er hatte hier alles plus eine Nymphe, die immer konnte und wollte,
Und da erzählte er ihr, ausgerechnet ihr, diese albernen Sachen
Von Herakles, Omphale, Männern am Spinnrad, in Weiberwolle,
Und verstand nicht, warum sie beim Abschied nur leise lachte.
...
Read full text