Sonnen Poem by ENRIQUE WINTER

Sonnen

Ein Sol, das Glück
überrascht die Kellnerin, die das Trinkgeld
erhält, das den Namen des Sonnengotts trägt.

Sonnenrot über dem Strand, Pixel im Auge
eines Digitalfotos, das wir besser nicht gemacht hätten,
durchbrochen von Wolkenlinien (die Wasserfälle)
und dem Bildschirm im Bus,
Staub, der weiteren Staub verhindert,
in einer Wüste, nach der kein Reisender verlangt,
unbeachtet das Meer (die Iris).

Der Bus erspäht die schwarze Fahrbahn
die das Abendrot kappt,
ein Trikot, das eins der Rangers de Talca wäre,
befände ich mich in meinem Land und nicht
dort, wo kein Haus zu Ende gebaut wurde,
um Steuern zu sparen oder in die Sterne zu schauen,
kaum verdeckt von der Unterwäsche, die da auf der
Leine flattert: Trikots einer kleinen Mannschaft,
zu Besuch im Stadion des Fernsehvolks.
Das Dreirad verursacht einen Stau, das Spiegelbild
dieser Sonne zu drei Vierteln im Wasser,
eher der Bildschirm des Busses als dieses rote Auge.

Einst nannte man mich Sonnenschein.

Und wenn es, um ein sonnenhelles G zu spielen,
genügte, den kleinen Finger nach dem C auf
die erste Saite zu legen, warum hieß es dann
immer, besser den Ringfinger nehmen, umgreifen
wie man in Clubs das »Geschlossen«Schild
umdreht,
wobei ich Lust bekomme, euch zu erzählen, wie
der Kurs des Sol zum Peso steht,
aber der Wechsel ist ein anderer (ein Spiel mit Gesten
und Grimassen), wenn ich ihn
auf der Gitarre anstimme.

Am wolkenlosen Himmel fehlen Bezugspunkte
um nah oder fern zu sagen.

Besser, die Sonne käme heraus, verschluckte
jene, die sie kaum zwei Wochen gewähren
zur Entschädigung für ein Jahr Misshandlung
(es war gratis, kostenlos, gratis, gratis).
Mit der ziegelroten Farbe der halbfertigen
Häuser (tatsächlich, fast alle)
vergoldet der Goldschmuck, der Tag, der Mann
nicht die Silbermünze, die Mondnacht, die Frau
(vielleicht der Bildschirm
oder vielmehr das Glück der Kellnerin, die das Trinkgeld
erhält, das den Namen des Sonnengotts trägt).
Die etlichen Male, die wir das Foto mit dem
Sonnenuntergang machen wollten, die Warterei
bis der Film entwickelt ist, der uns wieder nur
schwarz zeigen wird und ein unergründliches Rot verdeckt.


In der Stadt, in der ich wohne, entscheide ich selbst
ob ich esse, mich warm anziehe, bei der Rückkehr meine
Fußspuren betrachte.
Dort draußen hingegen entscheidet die Sonne
ob etwas Essbares wächst, ob ich an Unterkühlung
sterbe oder schwitze.
Zu ihr würde ich noch am ehesten beten:

Eigelb vom Lande,
im Meere geleert sei der Kelch,
nicht der des Liebhabers im Fernsehen,
so doch jener der Zuschauer.

Bevor es vermengt wird, ist das Eiweiß eine Wolke
und der Himmel bedeckt die Pfanne.
Das knisternde Öl erinnert an Wellen,
wenn man am Meer ist, nicht mit einer Muschel am Ohr,
an Gießkannen, die man auskippt, und

die Filme stahlen uns noch die Abenddämmerung.
Der Bus hat uns die Reise gestohlen.

Die Sonne haben Tagelöhner errichtet
wie die hier im Bus, die sie nicht mal ansehen
heute, da man Energie auf anderen Sonnen gewinnen kann,
die sie nicht bräunen werden,
selbst wenn sie darauf wetten.

Es ist schwierig, eine einzige Sonne anzubeten,
wenn es schon das Wort Sonnen gibt
und man nicht weiß, ob man gestern dieselbe sah
(andere Strecke, andere Umarmung),
als sich auf dem Weg Sprosse regten
und auf der Stirn der Liebsten ein Runzeln,
die etlichen Male, die wir das Foto mit dem
Sonnenuntergang machen wollten, die Warterei
bis der Film entwickelt ist, der uns wieder nur
schwarz zeigen wird und ein unergründliches Rot verdeckt,
wie das der Augen bei Digitalaufnahmen.
Vielleicht wird das reine Rot bleiben,
das verschlossener Augen, die in die Sonne schauen,
feine Interferenzvögel.

Die Reisebusbegleiterin (was für ein Wort) sagt,
um den Film besser sehen zu können,
schließe man die Vorhänge.

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