Düna-Wind Poem by ULADZIMIR ARLOU

Düna-Wind

Der beruhigende Geschmack von Mutters Brüsten
am Fenster mit Blick auf
das Irrenhaus gewordene
Franziskanerkloster,
Geschmack von Wasser aus der Düna-Biegung,
das ein lauschiges Plätzchen zwischen seinen
Ertrunkenen
bereithält für mich,
Eisgeschmack von den Lippen
der jungen Schwerenöterin
an der Lorbeer-Weide unterm aufgebockten
Boot
Geschmack des ersten Schlucks
von Omas verborgenem Selbstgebrannten
stolzer Geschmack des Bluts
der im Kampf mit den Schurken
von jenseits des Flusses zerschundenen
Fäuste,
heilsamer Geschmack des Windes,
eines der wenigen
reinen Dinge,
so der Kollege Camus,
Meeresgeschmack des weiblichen Schoßes,
Geschmack der Unendlichkeit,
der sich in Wintermondnächten
auf die Lippen legt …
Und aus der Zukunft
kommt sie angeflogen,
sie,
deren Kuss
wie ein Regenbogen über dem Leben
alle vertrauten und unbekannten
Geschmäcker mit ihren Nuancen
in sich vereint,
sie,
die all meine Wege und Schlupfwinkel kennt,
sie,
die immer gut ist
für eine graziöse
Halse.

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