Der Zug Um Viertel Nach Sechs Poem by Nastasimir Franovic

Der Zug Um Viertel Nach Sechs

Die Flasche ist leer wie ein Wunschbrunnen
Ohne jeden Tropfen und jede Münze
Die Nacht ist verbraucht und ich warte auf die "Morgendämmerung"
In der Kneipe namens „Morgendämmerung" ist mein Zuhause
An jenem Abend mit nebligem Kopf
Stütze ich den Kopf auf die Ellbogen
Während ich allein an meinem Tisch sitze
Und jetzt gehören sie alle mir, weil niemand hier ist
Ausser mir und dem alten Schankkellner hinter der Bar, der gegenüber von mir döst
Er döst und murmelt:
Zerschlagt keine Gläser, meine Herren!
Dreissig Jahre lang habe ich euch alle ertragen
Ja, ja, dreissig
Und ich rede euch mit „Herren" an
Der Schankkellner wartet um sechs auf den Schichtwechsel
Die Kneipe läuft wie ein Krankenhaus
Vierundzwanzig Stunden in drei Schichten
Der Schankkellner hat die schwerste Schicht
Ich warte auf den Zug um viertel nach sechs
Der Schankkellner träumt vom Schichtwechsel
Mich hat niemand, der mich ablösen könnte
Ich blicke in die Flasche wie in einen Wunschbrunnen
Ich wünschte, dieser Zug würde niemals abfahren

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