Ann Cotten

(1982 / Ames, Iowa)

DIE KLASSENFAHRT - Poem by Ann Cotten

Ich fühl mich so komplizig
mit blitzgescheiter Kunst
Nicht immer bin ich witzig
dann sag ich blauen Dunst

No fucking Dauerwelle
just a dirt Dreck like a Donau
wälzt sich über deutsches Flachland
like a Káffee over Fliesentreppen
and the sand sound of my souls
makes me go mad
plonk plonk plonk
plenny plenny plenny plo
what a manhole it is, really
not a cigarette butt in sight
just viagra, viagra, viagra
through the ICE, over the plain
goes my sad refrain, my bellyache
the blues of a fucking tapir
in a horse plush costume

flush it, it's a head
whisk it literature
down in your pocket
up through the drain
and the faz says
faz faz faz
all night long
and I cannot dream anything
any longer

Then, ten minutes on,
my phone rings? Nooo
His nose is running? Nary a thought.
Some one has woken me up
he says to me 'Endstation'
I was drooling in my sleep
I knew that
Everybody knows
All the people have to get out here.

Ich bin ein Pechvogel, darling
was willst du von mir
Das Gastschampoo
fällt ins Klo
I wanted to kill you
but you said no
so what are we for?
Jetzt sitzen wir da
und weinen bitterlich
und niemand ist froh
weil nämlich
es stimmt gar nicht

Dass wir nicht im Gefängnis sind
Nein wir sind im Hotel
und das Dorf ist ein Klo
Wir sind in der Hölle
und der Strand ist ein Klo
Die Robben sind tot
die Seeigel stachlig

der Seemüll blutig
die Urlauber nackig
die Stiere böse
die Haie leer
die Strandläufer böse
die Krabben leer
die Wurmlöcher leer
(Ihr wollt eine Polonaise?)
die schwarzen Löcher leer
die Bikinis leer
die Atomversuche leer
die Fische leer
Das Meer leer!
die Schiffe leer
die Schiffer besoffen
die Models angekokst
die Haie angekokst
die Seesterne traurig
die Seegurken auch traurig
die Katamarane wie gesagt
nein hab ich noch nicht gesagt
aber zuerst geschrieben gehabt
also die Aludosen leer
der Seetang leer
der Krill leer
der ganze Krill leer leer leer
die Halbinsel Krim leer
Riffe, Öltanks, Flugzeugwracks
alles leer
die Otter, die Wale, die Katamarane
leer leer leer oder zumindest halb leer
sogar die Galeeren sind leer
und die Galerien sind leer
die Maschen sind leer
die Mäuler sind voll aber hilft auch nichts
die Taschen leer
die inneren Taschen leer
die lumineszenten Reproduktionstaschen der Katzenhaie sind leer
die Seegurken (o hatten wir schon)
die Seegurken also
die Seegurken
die Seegurken
o, o . . .
O wo ist mein Raumschiff hin?
O wo ist mein Raumschiff hin?
Es war so klein, aber es war
besser als das hier

Entscheidungen meiden
aber trotzdem
Frauen entkleiden
riet mir mein Bruder

Sieben Mal tat ichs
sieben Mal wurde mir die Bluse
über den Kopf gezogen
und der Kopf wurde mit den
noch herumliegenden
Entscheidungen kurz und klein geprügelt
Ich war erst dabei, die Muttermale zu zählen
Da hatte ich schon keine Sommersprossen mehr
die ich mein Eigen nennen konnte
Bin ich jetzt klüger?
Nicht im Entferntesten
nur windelweich, benommen und sauer
auf alle Feinde meines Bruders

Sie bäumt sich auf: Und wenn der Beamer nicht wackeln würde
hätte ich nicht all diese paar Shots getan haben
Ein Dichter ist besser in einer Blackbox
Er darf glauben, dass er Radioverbindung hat, hat aber keine
Wackelt erratisch von außen gesehen, von mir aus auch semantisch

Unterlegt einen Besudelungsschutz, aber lasst es.
Ihr seid sowieso impermeabel, eben weil ihr
anders könntet, müsst ihr um jeden Preis
euch verbergen, verleugnen, alle vertatschern, alles verbessern.
Ja! Was kriecht ihr in die Winkel des Frühstücksraums
und flieht die Wände hoch? Was sucht ihr Gott haargenau so,
dass er unauffindbar in der Zimmermitte steht?
Steigt auf den Besudelungsschutz und
hebt ihn hoch und
macht euch ein Denkmal
macht euch hunderte Denkmäler
mir egal
ich denk nicht mit

Kommt herein, mein Hirn ist euer Bungalow
und es ist gut so. Hier, trinkt Wodka.

Ihr seid sowieso unrespektabel
Mein Hirn ist ein Burgtheater
obszön und leer
ihr habt zwar Fürze als Gesichter
aber ihr seid dafür wenigstens nicht da
Ihr habt Gesichter zum Fürchten
Siebentausend Tonnen Schminke
bringen euch nicht zum Einschlafen
Schlaft! Schlaft! Schlaft endlich, Weiber, Cretins, schlaft! Schlaft!

Tierfilme . . .
Hol mich der Henker!
Das Schaf hat eine Mütze auf
und kein Gesicht oder keinen Kopf
Mittdreißiger und Mittdreißigerinnen gehen es an
sie wollen ihm einzelne Zigaretten abkaufen
und zwar eine ganze Handvoll
Reife Abstürze
können sich sehen lassen
doch das Schaf in seiner Mütze
fummelt und fummelt

Abraham sein, sie töten und mit ihnen den Bach runtergehen! Ah welch blauer Himmel. Was fleischniedliches junges Blatt. Oh for the blood of a lamb, I should drink this nachmittag and evening aus.

Dann wachte ich auf.

Tiefebene . . .
Hoch ist der Henkel!
Der Schlaf auf den Zehenspitzen
und kein Gehen und kein Stehenbleiben
nur dieser elendige Wind
endlos dieser ewige Wind

subtext
the gaseous nausea of the prom
the nostalgia of the party

She gets butter on her ketchup package
eating funny things for breakfast
can't find her sea cow poem
looks again and again
decision about reaching to bag
deteriorating her gestures
bye the bye

trying to make a funny drawing on the napkin
she kills her pen in the soft folds
the soft folds of fame
fold her inflammation in
folds of fame

funny animal of thought
funny animal where have you gone among the folds
if you would fold me it would be ok

möchte ein Besudelungskünstler sein
drückt Ketchuppackung mit Gabel aus
geht kaum was raus
Loch zu klein
probiert immer wieder
streicht mit der Gabel die Packung runter
wieder und wieder
bis ein halbwegs Globus
neben und unter Packung
Butter noch immer unter Daumen
zwischen Daumen und Ketchuppackung
alles andere fällt auf die Hose das ganze Frühstück meine ich
Tomaten, Gurken und so, Eierspeise, auch mit Ketchup
halt dem, was rausgegangen ist

Loch zu kleben
kommt nichts raus
geht nichts raus
wir sind aber drin
wir sind aber drin


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Poem Submitted: Wednesday, April 25, 2018



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