Dirk Niemeier


Georg Trakl - Grodek - Poem by Dirk Niemeier

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tötlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düster hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt,
Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre,
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.


Comments about Georg Trakl - Grodek by Dirk Niemeier

  • Rookie - 32 Points Erhard Hans Josef Lang (7/19/2008 4:40:00 AM)

    Trakl hatte in Grodek sein schlimmstes Kriegserlebnis gehabt, wobei er schwer verwundet wurde. Kein Wunder, daß die Tragik des Krieges in dem höchst begabten Dichter daraufhin zu derartig melancholischen Ausbrüchen führte... (Report) Reply

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Poem Submitted: Saturday, July 19, 2008



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