EUGENIO MONTEJO Poems

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1.
Tal vez

Tal vez sea todo culpa de la nieve
que prefiere otras tierras más polares,
lejos de estos trópicos.

Culpa de la nieve, de su falta,
-la falta que nos hace
cuando oculta sus copos y no cae,
cuando pospone, sin abrirlas, nuestras cartas.

Tal vez sea culpa de su olvido,
de nunca verla en estas calles
ni en los ojos, los gestos, las palabras.
Tantas cosas dependen noche y día
de su silencio táctil.

Nuestro viejo ateísmo caluroso
y su divagación impráctica
quizá provengan de su ausencia,
de que no caiga y sin embargo se acumule
en apiladas capas de vacío
hasta borrarnos de pronto los caminos.

Sí, tal vez la nieve,
tal vez la nieve al fin tenga la culpa…
Ella y los paisajes que no la han conocido,
ella y los abrigos que nunca descolgamos,
ella y los poemas que aguardan su página blanca
...

2.
Vielleicht

Vielleicht hat die Schuld an allem der Schnee,
denn er zieht andere Länder vor, näher an den Polen,
fern dieser Tropen

Schuld hat der Schnee, sein Fernbleiben
- er fehlt uns,
wenn er seine Flocken versteckt und nicht fallen lässt
wenn er unsere Briefe zurückschickt, ohne sie zu öffnen.

Vielleicht hat die Schuld seine Vergesslichkeit,
dass er nie gesehen wurde in dieser Gegend,
diesen Augen, Gesten, Worten.
Tag und Nacht hängen so viele Dinge
von seinem berührbarem Schweigen ab.

Unser alter kämpferischer Atheismus
und unser belangloses Geschwätz
stammen vielleicht von seinem Fernbleiben,
davon, dass er nicht fällt und sich dennoch ansammelt
in sich türmenden Schichten von Nichts,
bis er auf einmal doch die Wege verwischt.

Ja, vielleicht der Schnee,
vielleicht hat der Schnee die eigentliche Schuld...
Er und die Landschaften, die ihn nie kennen gelernt haben,
er und die Mäntel, die wir uns nie umhängen werden,
er und die Gedichte, die noch auf einer weißen Seite warten.
...

3.
Mi amor

En otro cuerpo va mi amor por esta calle,
siento sus pasos debajo de la lluvia,
caminando, soñando, como en mí hace ya tiempo…
Hay ecos de mi voz en sus susurros,
puedo reconocerlos.
Tiene ahora una edad que era la mía,
una lámpara que siempre se enciende al encontrarnos.
Mi amor que se embellece con el mal de las horas,
mi amor en la terraza de un Café
con un hibisco blanco entre las manos,
vestida a la usanza del nuevo milenio.
Mi amor que seguirá cuando me vaya,
con otra risa y otros ojos,
como una llama que dio un salto entre dos velas
y se quedó alumbrando el azul de la tierra.
...

4.
Meine Liebe

In einem anderen Körper geht meine Liebe durch diese Straße,
ich spüre ihre Schritte im Regen,
sie geht und träumt schon seit einiger Zeit in mir...
In ihrem Flüstern erklingen Echos meiner Stimme,
ich erkenne sie wieder.
Sie ist jetzt so alt, wie ich damals war,
eine Lampe, die aufleuchtet, wenn wir uns begegnen.
Meine Liebe, die schöner wird durch das Übel der Zeit,
meine Liebe auf der Terrasse eines Cafés,
weiße Hibiskusblüten in den Händen,
gekleidet, wie es im neuen Jahrtausend üblich ist.
Meine Liebe, die bleiben wird, wenn ich aufbreche,
mit einem anderen Lächeln und anderen Augen,
wie eine Flamme, die von einer Kerze auf eine andere überspringt,
um weiter die blaue Erde zu erhellen.
...

5.
El buey

El buey que lleva mis huesos por el mundo,
el que arrastra mi sombra,
uncido a las estrellas, a yugos siderales,
va arando el tiempo, no la tierra,
por eso es sabio, profundo, demorado,
al tardo paso de las nubes.
Es mi buey, mi maestro cuadrúpedo,
por quien he conocido en la quietud
el habla porosa de las piedras
y cierta obediencia práctica a las cosas,
casi taoísta.
Es mi buey, la parte móvil de mi estatua,
lento de sol a sol sobre las horas;
el que ara el tiempo, no los campos,
el que graba con surcos en mi rostro
las semanas, los meses y los años.
...

6.
Der Ochse

Der Ochse, der meine Knochen um die Welt trägt,
der meinen Schatten hinter sich herzieht,
im Gespann der Sterne, dem siderischen Joch,
er pflügt die Zeit, nicht die Erde,
darum besitzt er Weisheit, Tiefsinn, verspätet sich
mit dem langsamen Vorbeiziehen der Wolken.
Er ist mein Ochse, mein vierbeiniger Meister,
durch ihn habe ich die Stille kennen gelernt,
die poröse Sprache der Steine
und diesen praktischen Gehorsam gegenüber den Dingen,
fast Tao.
Er ist mein Ochse, der bewegliche Teil meiner Statue,
der langsam von Tag zu Tag die Stunden,
der die Zeit pflügt, nicht die Felder,
der Furchen in mein Gesicht zieht
für die Wochen, Monate und Jahre.
...

7.
El canto del gallo

A Adriano González León


El canto está fuera del gallo;
está cayendo gota a gota entre su cuerpo,
ahora que duerme en el árbol.
Bajo la noche cae, no cesa de caer
desde la sombra entre sus venas y sus alas.
El canto está llenando, incontenible,
al gallo como un cántaro;
llena sus plumas, su cresta, sus espuelas,
hasta que lo desborda y suena inmenso el grito
que a lo largo del mundo sin tregua se derrama.
Después el aleteo retorna a su reposo
y el silencio se vuelve compacto.
El canto de nuevo queda fuera
esparcido a la sombra del aire.
Dentro del gallo sólo hay vísceras y sueño
y una gota que cae en la noche profunda,
silenciosamente, al tictac de los astros.
...

8.
Der Hahnenschrei

für Adriano González León

Der Schrei ist außerhalb des Hahns;
er fällt Tropfen um Tropfen auf seinen Körper,
wenn dieser, wie jetzt, im Baum schläft.
In der Nacht tropft der Schrei ohne Unterlass
aus dem Schatten in seine Adern und Flügel.
Er füllt den Hahn stetig
wie einen Krug;
füllt seine Federn, seinen Kamm, seine Sporne,
bis dieser überläuft und der Schrei ins Unermessliche anschwillt
und ohne Feuerpause in die Welt vordringt.
Dann beruhigt sich der Flügelschlag wieder
und die Stille verfestigt sich.
Der Schrei ist nach draußen entlassen,
in die Schatten der Luft gestreut.
Der Hahn spürt nur noch Eingeweide und Müdigkeit
und einen Tropfen, der durch die tiefe Nacht fällt,
leise wie das Ticken der Sterne.
...

9.
Tiempo transfigurado

A António Ramos Rosa

La casa donde mi padre va a nacer
no está concluida,
le falta una pared que no han hecho mis manos.

Sus pasos, que ahora me buscan por la tierra,
vienen hacia esta calle.
No logro oírlos, todavía no me alcanzan.

Detrás de aquella puerta se oyen ecos
y voces que a leguas reconozco,
pero son dichas por los retratos.

El rostro que no se ve en ningún espejo
porque tarda en nacer o ya no existe,
puede ser de cualquiera de nosotros,
—a todos se parece.

En esa tumba no están mis huesos
sino los del bisnieto Zacarías,
que usaba bastón y seudónimo.
Mis restos ya se perdieron.

Este poema fue escrito en otro siglo,
por mí, por otro, no recuerdo,
alguna noche junto a un cabo de vela.
El tiempo dio cuenta de la llama
y entre mis manos quedó a oscuras
sin haberlo leído.
Cuando vuelva a alumbrar ya estaré ausente.
...

10.
Verwandelte Zeit

für António Ramos Rosa


Das Haus, in dem mein Vater zur Welt kommen wird,
ist noch nicht fertig,
es fehlt eine Wand, die ich noch nicht gebaut habe.

Seine Schritte, die mich jetzt in der Welt suchen,
kommen dieser Straße näher.
Doch ich kann sie nicht hören, noch sind sie nicht bei mir.

Hinter jener Tür hört man Echos
und Stimmen, die ich meilenweit entfernt wiedererkenne,
doch sie gehören den Bildern.

Das Gesicht, das man nicht im Spiegel sieht,
weil es später zur Welt kommt oder schon nicht mehr existiert,
könnte von jedem von uns stammen
- es ist uns allen ähnlich.

In jenem Grab liegen nicht meine Knochen
sondern die des Urenkels von Zacharias,
der einen Stock benutzte und ein Pseudonym.
Meine Überreste gingen schon lange verloren.

Dieses Gedicht wurde in einem anderen Jahrhundert verfasst,
ich erinnere nicht, ob von mir oder einem anderen,
eines nachts im Schein eines Kerzenstummels,
als die Zeit die Flamme einholte,
und das Gedicht in meinen Händen schwarz wurde,
bevor ich es lesen konnte.
Wenn es wieder hell wird, bin ich schon weg.
...

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