Die Farben der Vergänglichkeit
sind unsagbar und schön
sie tragen all die Last und Hast
die Ausdruck leihen dem Vergeh'n
sie gaben Kraft und Pracht
dem jungen Trieb im Wachsen,
der alles dann zur Blüte trieb
im Rausch von Regenbogen-Masken,
doch endlich zügelt Zeit den Traum,
verwandelt unmerklich fast den Raum,
welkt leis' am Rand vom Farbenspiel
mit Temperatur und Licht,
wandelt das Chlorophyll zurück ins
Nichts, ändert der Farben Struktur -
gibt Pilzen, Flechten Moosen -
ihr verwandelndes Gesicht,
befreit die Farben vom Licht,
gibt braun und grau dem Blau
der Zerbrechlichkeit;
befreit den Raum
für die Vergangenheit,
ruht aus dann unter
tiefem Schnee,
sammelt im Wurzeln
Vorrat für neuen Aufbruch
zu ungeahnter Höh',
belebt, was grad noch Ahnung war,
vermehrt sich selbst,
dass jeder nun den Ursprung
all uns'rer Farben auch versteh'
und seh' welch Leben
durch den Tod geschah -
ganz ohne Glauben,
ein neuer Keim zum Licht,
der unaufhaltsam sprießt empor,
nun werden wir gewahr:
was lang schon in Kälte fror;
des Lebens Freude spricht.
Alle Farben vorbehalten
© Floy Dy Ra,20.11.2022
© Foto Floy Dy Ra,21.11.2022
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