Selbstportrait mit dem Kopf auf dem Tisch Poem by LJUBOMIR SIMOVIĆ

Selbstportrait mit dem Kopf auf dem Tisch

Es wachsen bei mir an der Schwelle,
wachsen im Fallrohr, wachsen auf dem Dach,
durch alle Zimmer
wachsen Gras- und Unkraut-Enklaven!
Ach ich möchte schlafen!

Ameisen befallen mich,
mein Arm bis zum Ellbogen
ward schwarz, wo sie sich trafen!
Ach ich möchte schlafen!

Ins Dorf geritten kommen die Soldaten,
versengen die Kassia,
stellen den Gänsen und Enten nach,
treiben auf die Chausseen
Herden von Kühen und Schafen!
Ach ich möchte schlafen!

Sie zertrümmern meine Tür mit
den Kolben ihrer Gewehre,
versetzen mir Schläge,
nehmen mich fest,
werfen mich die Stufen hinab in die Finsternis,
in der es wirbelt von Gerätschaften
aus Holz und aus Eisen, scharfem!
Ach ich möchte schlafen!

Einer, ich sehe nicht wer,
ruft mich zum Kampf für die Freiheit,
fordert den Sieg von Gerechtigkeit und Wahrheit,
den Sieg von Recht und Gesetz im Verfassungshafen!
Ach ich möchte schlafen!

Gewehr und Helm warf ich fort!
Soll doch der Schnee siegen!

Worauf mein Haupt
zu Boden geht,
so wollt ihr mich strafen!

Ich möchte schlafen,
löscht das Licht,
ich möchte
schlafen!

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