Sommer Poem by Wolfgang Steinmann

Sommer

Der Sommer ist nun kommen und wir atmen Sommerluft;
Die Wälder sind voll Blumenzier, die Hecken voller Duft;
Die Häher sitzt im Eichenbaum und lärmet voller Lust,
Und Liebe brennt wie Diamant in meiner Liebsten Brust.
Sie sitzet unterm Hagedorn und windet sich ein' Kranz
Und ich will meiner Liebsten nah'n mit meinerLiebe ganz;
Ich will ihr in die Augen seh'n, in ihrer Schönheit ruh'n
Und auf den Busen will ich ihr all meine Sehnsucht tun.

Und der Marienkäfer sitzet auf Maienblüten jetzt,
Die fleiss'ge Biene summt und flitzet, an Nektar sich ergetzt,
Der Buchfink hütet seine Brut und singet voller Lust,
Vom Hagedorn, wo ich geruht an meiner Liebsten Brust.
Ich werd' an ihrem Busen ruh'n und flüstern ihr ins Ohr
Dass ich an sie nur denken kann, ein toll-verliebter, Tor!
Mein Teller bleibet unberührt, mein Anblick ist entsetzt,
So wie die Heckenrose welkt, die Liebeslust verletzt.

(nach John Clare, Sommer,
aus dem Englischen)

This is a translation of the poem Summer by John Clare
Tuesday, October 7, 2014
Topic(s) of this poem: Love
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