AM GÄNGELBAND DES BÖSEN Poem by NINA MAZJASCH

AM GÄNGELBAND DES BÖSEN

Nicht doch, mein Lieber, laß das.
Ich bin es leid, dieses Reden
von den Fesseln, dem Qualm des Alltags,
der so grau ist und alt wie die Welt.

Im ärgsten Lärm und Streß
sind wir nicht unbeflügelt.
Aus dem Gänsetrompetenblech
flattert ein Blättchen Flieder.

Ein Krokus auf Mutters Beet
verströmt ein unirdisches Leuchten,
und ihr Nest eine Schwalbe klebt
unters Dach des verstrahlten Gebäudes.

Nicht erschöpft hat die Welt alle Heilung.
Noch am Gängelband des Bösen
kann ein Mensch, wenn auch nur bisweilen,
wie du mich,
einen andern erlösen.

COMMENTS OF THE POEM
READ THIS POEM IN OTHER LANGUAGES
Close
Error Success