Las Meniñas Poem by TOMAS VENCLOVA

Las Meniñas

Neun oder elf an der Zahl, sind es Figuren:
Zwerge und Kammerjungfern, verdoppelt
Im dunklen Viereck des klaren Spiegels,
Samt dem Autor, der eben erst anfing,

Das Bild zu malen, das vier Jahrhunderte lang
Vor uns versteckt blieb. Glaubt man Foucault,
Sind wir gemeint. Das Modell, der Betrachter
Ist mit dem Maler identisch vielleicht,

Ein Bruchstück desselben Urbilds.
Derart viel Licht, durch ein einziges Fenster
Strömend (als Tarnung, genau wie im Paradies

Alles Unvollkommene sich geschickt verbirgt).
Der Fleck, Kreuzung der Blicke, bleibt körperlos Fleck,
Dem der Pinsel befahl, nicht zu verschwinden.

COMMENTS OF THE POEM
READ THIS POEM IN OTHER LANGUAGES
Close
Error Success