Erster Januar:
Liebe, das ist nicht sagen müssen,
ich liebe dich.
*
Ihr Lachen macht
aus diesem offenen Saal
eine Gaskammer.
*
Ich ersticke atme
durch den Hörer ein,
wenn ich die Nummer wähle.
*
Öffne die Augen,
sie sagt gerade nichts,
und man versteht sie völlig.
*
Dritter Februar:
Sie sagt mir Schau mich nicht an.
Ich sehe sie noch.
*
Ich sage Zukunft
und schwärme vom Reisen.
Ihr Schweigen schlägt ein.
*
Sie ist so klein,
wie kam sie nur auf einen Schaden,
der so groß ist.
*
Weil sie ihr Handy dabei hat,
kann ich ihr Schweigen
bei mir tragen.
*
Mehr als das Ich liebe dich,
das ich nicht sagte, töten mich jene,
die sie mir sagte.
*
Juni: ein Spiegelmeer,
Wellen zerrunzeln die Stirn.
Wenn nur der Winter käme.
*
Mein Traum wurde wahr,
ich verlor
meinen Traum.
*
Leben: schimmlige Krümel
und eine Verdauung,
die hoffnungslos ist.
Anmerkung des Autors: Diese Verse bestehen aus einer
Mischung von Soleá (spanische Strophe aus drei Versen) und
Haiku. Soleás reimen sich, Haikus nicht. Es ist der
Ver-such, orientalische und spanische Traditionen
zu verbinden
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