TIEFE Poem by DRAGAN JOVANOVIĆ DANILOV

TIEFE

Alles beginnt mit der Tiefe,
dieser beständigen Kehrseite der Welt,
dem Magnet, der das Gold der Sonne abstößt.

Schon in diesem Leben hat die Tiefe
unsere Seelen für sich erschaffen.

Wir sind sehr wohl tiefe Wesen: wir verstecken uns
unter der Haut, hinter Masken, unter
Worten, die wir ausgesprochen haben,
oder verschwiegen.

Die Sprache ist das Wasser, dass sich hinter dem
massiven Damm des Kraftwerks sammelt - täglich
tauche ich in diesem Wasser; wenn die Luft
dünner wird, gehe ich wieder weg, noch mehr verwundet,
dorthin, wo ich schon bin.

Wenn die Erde erbebt, heißt das, dass ich eigentlich
im Abgrund träume, in dem ich meine stille Verzweiflung
vor mir selbst und vor anderen versteckt habe.

Mein Aufenthaltsort ist in der Tiefe.
Aus diesem dunklen Wörterbuch, in dem man nichts
sehen kann, spüre ich nur mehr
die Wärme deines Blicks der
in Rede übergeht.

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