Wolfgang Steinmann


Träume - Poem by Wolfgang Steinmann

Oh, wär mein junges Leben nur ein langer Traum!
Und meine Seel’ erwachte nicht bis kaum
Die Ewigkeit mir sendete der Zukunft Strahl.
Ja, träumt’ ich auch in hoffnungsloser Qual,
Es wäre besser als die tiefe Kühle
Des Wachens dem, des innere Gefühle
Verwirrt auf dieser schönen Erde sind,
Und immer waren seit er war ein Kind.
Doch könnt’ es sein – der Traum währt’ immerdar,
So endlos wie ein Traum dem Kinde war –
Ja, könnt’ es sein der Traum sei doch nicht Trug,
Den Himmel zu erwarten wär’ nicht klug.
Denn wenn die Sonn’ am Sommerhimmel tanzt’
Dann sonnt’ ich mich im Traum von Glanz
Und Schönheit – liess mein ganzes Herz hinaus
Ins Land der Phantasie – von meinem Haus
So weit, so weit – mit Wesen, die mein Flehen
Für mich erschuf – was gäb es mehr zu sehen?
Ein einz’ges Mal – doch mir ist’s dauerhaft –
Ein einz’ges Mal, dass eine fremde Kraft,
Ein Zauber mich verwandelt hat – es blies
Der kühle Abendwind und hinterliess
Sein Bild in meiner Seele – oder war’s der Mond,
Der kalt an seinem Platz am Firmamente thront’ –
Ein Stern vielleicht – wie dem auch sei –
Ein Traum war’s – wie ein Windhauch zog’s vorbei.

Ich war so glücklich, ob’s auch Traum nur war.
Ich war so glücklich – und ich liebt’ es immerdar:
Träume! färben gänzlich unser Leben;
Dessen Nebel-Schatten sie umweben
Mit dem Schein von Wirklichkeit; sie geben
Dem verwirrten Aug den Garten Eden
Und die Liebe – unser aller Lust!
Junge Hoffnung hat dies stets gewusst.

(Nach E. A. Poe: Dreams)

This is a translation of the poem Dreams by Edgar Allan Poe

Topic(s) of this poem: dreams


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Poem Submitted: Sunday, March 8, 2015



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