In Meinen Armen

Es ging dir nicht gut, aber krank warst du nicht;
ein bisschen müde vielleicht, dein gutes Aussehen,
war von Erwartung oder Trauer getrübt, und das
gab dir eine nachdenkliche, tiefgründige Anmut.

Ich hatte nicht den geringsten Zweifel, dass du tot seist.
Ich wusste, dass es wahr war, selbst im Traum.
Du warst nicht zu Hause - vielleicht im Büro? -
Du hattest Spass, warst fast übermütig.

Ich glaube wir waren dabei aus einem alten Haus zu ziehen,
in dem wir gewohnt hatten, überall Kisten, eine riesige
Unordnung: so hatte es in meinem Traum ausgesehen,
aus dieser Geschichte wurde ich wach gerüttelt

durch dein Gesicht, die physische Wirklichkeit deines Gesichts,
unmittelbar vor meinen Augen, glatt-rasiert, verliebt, aufgeweckt.
Warum kann ich mich kaum daran erinnern wie du aussiehst,
wenn du nicht da bist. Ohne Photo, ohne Bemühen?

Nun, als ich dein vertrautes, verlässliches Gesicht sah,
dein unverfälschter Blick all diese Wärme und
Offenheit ausstrahlend - warmer, brauner Tee - da hielten
wir einander so lange fest, wie der Traum uns erlaubte.

Gott segne dich! Du kehrtest zurück, damit ich dich,
unverstellt, noch einmal sehen, noch einmal fühlen könnte,
ohne zu wissen, ob dieses Seligkeit je bestehen könne,
ohne zu wissen, ob du wieder am Leben seist.

(nach Mark Doty: The Embrace)
This is a translation of the poem The Embrace by Mark Doty
Friday, February 12, 2016
Topic(s) of this poem: loss,love and friendship
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