Wolfgang Steinmann

Ich Bin Wie Du

Du behauptest, dass du mich siehst
durch ein Glas, das ist milchweiss gebleicht,
obwohl ich so voll vor dir stehe,
von Leben und Zeit gezeichnet.

Bekenn' es, du hörst mein Stöhnen,
es scheint nur Flüstern, so weit,
doch meine Saiten, sie klingen
und der Rhythmus ist stetig und bleibt.

Ich bin wie du, mach mich frei.
Ich bin wie du, mach mich frei.

Du erklärst, meine Rasse sei minder,
von Mann zu Mann würd' ich gehen;
doch bin ich für dich nur ein Schatten,
wie kannst du mich denn je verstehen?

Wir haben schwere Zeiten erlebt,
gequält, unterjocht und geprügelt,
doch gehe ich vorwärts und vorwärts
und habe dich endlich gezügelt.

Ich bin wie du, mach mich frei.
Ich bin wie du, mach mich frei.

Nimm die Scheuklappen ab von den Augen,
nimm das Wachs aus den Ohren, gib Acht:
gesteh' es du sahst meine Tränen,
und hast mich leiden gemacht.

Hör' die Musik, sie ist packend,
hör' nur, mein Blut, wie es wallt.
Ja! meine Pauken sie dröhnen bei Nacht,
Und der Rhythmus niemals verhallt.

Ich bin wie du, mach mich frei.
Ich bin wie du, mach mich frei.

(nach Maya Angelou: Equality)

This is a translation of the poem Equality by Maya Angelou

Topic(s) of this poem: equality, racism

Poem Submitted: Sunday, March 27, 2016
Poem Edited: Sunday, March 27, 2016

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