Über Nacht sind die Nusssträucher ergrünt.
Kaum wärmt noch der Ofen.
Dunst hinter dem Fenster.
Am Palmsonntag führt nur ein Sünder
Verzweifelt die Pflugschar.
Dort in der Kirche, zurückgeholt von der Kultur*,
Palaver, kein Körnchen passt da mehr hinein.
Unten veranstalten sie jemandes Begräbnis.
Oben preisen sie Gott und den Frühling.
Noch ist die Kirche von dem Getanze nicht abgekühlt,
Neu glänzt der Ikonostas,
Unter der dünnen weißen Tünche schimmert noch
„Wissen ist Macht" aus vergangenen Zeiten hervor,
Doch das Volk hat seine gestrigen Götzentempel verlassen,
Wieder betet es kämpferisch,
(Lenin und das friedliche Atom verfluchend)
Für sein von Tscharnobyl gezeichnetes Geschlecht,
Für die begradigten Flüsse, die Sümpfe,
Für jemandes Sünde, die uns Jahrhunderte begleitet ...
Und Weidenzweige
Wie Kerzen
Krampfhaft in den Händen gepresst.
Und ringsherum, soweit der Blick von der Treppe reicht,
Dampft die warme Erde,
Betrunken plärrt die Ziehharmonika seit der Früh‘ eine Quadrille,
Und irgendwo wimmert jämmerlich ein Kind ...
*In den 20er Jahren wurden im Kampf gegen die Kirche
zahlreiche Gotteshäuser zu Kulturhäusern umfunktioniert
(d. Ü.)
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